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Hannover 96 Vor- & Spielberichte

Hannover 96 gegen 1. FC Kaiserslautern
 

Die Führung durch "Moa" Abdellaoue (13.) glich der eingewechselte Adam Nemec für die Gastgeber aus (63.).

Pander mit grippalem Infekt, FCK mit Erfolgself

Unter dem Motto "Was lange währt, wird endlich gut" reisten die Roten auf den Betzenberg, um dort nach sechs Spielen ohne Sieg in der Bundesliga den Hebel in Richtung Erfolg umzulegen. Im letzten Spiel der Hinrunde konnte 96-Coach Mirko Slomka auf den gewohnten Kader zurückgreifen, lediglich Christian Pander fiel aufgrund eines grippalen Infektes aus - dafür auf der Bank die drei Stürmer Moritz Stoppelkamp, Didier Ya Konan und Artur Sobiech. FCK-Trainer Marco Kurz ließ die Startelf auflaufen, die am vergangenen Spieltag beim Punktgewinn bei Meister Borussia Dortmund am Start war. Wer sollte am 17. Spieltag die Zähler auf seinem Konto verbuchen? Die 96er, denen ein Dreier gut täte, um den Anschluss auf die internationalen Plätze nicht zu verlieren oder die Teufel vom Betzenberg, die mit einem Sieg den Relegationsplatz verlassen würden?

Abdellaoue trifft eiskalt zum 1:0

Es sollte fünf Minuten dauern, bis der Gastgeber die erste Chance erhielt, in Front zu gehen. Nachdem sich Sahan auf der linken Seite durchgesetzt hatte und den Ball auf Fortounis durchsteckte, zog der Lauterer das Leder zwar Richtung 96-Kasten, Pogatetz bekam aber das Bein noch dazwischen. Auch den nächste Angriff münzten die Teufel nicht in Zählbares um – de Wit rutschte die Kugel über den Schlappen, der Ball ging rechts am Gehäuse vorbei. Doch nach den Anfangsbemühungen der Pfälzer wendete sich schlagartig das Blatt. FCK-Verteidiger Abel verschätzte sich nach einem langen Pass Chaheds, Abdellaoue tat das, wofür er bezahtl wird. Der Stürmer legte sich den Ball vor und ließ FCK-Keeper Trapp keine Chance – eiskalt wie die derzeitige Temperatur in Norwegen schob Abdellaoue das Spielgerät zur 1:0-Führung durch die Hosenträger des jungen Torstehers und erhöhte seine Trefferbilanz auf neun Tore (12.). Prompt war der Vorwärtsdrang der Teufel beendet, es entwickelten sich fortan leichte Vorteile für die Gäste aus dem hohen Norden. Allerdings versäumten es zunächst beide Teams, sich zwingenden Torchance zu erarbeiten. Zurück ins Spiel fanden die Lauterer erst wieder ab Minute 25, als Tiffert eine Flanke nicht richtig erwischte und Chahed noch zur Ecke grätschten konnte. Doch wieder aus dem Nichts ergab sich dann die Riesenmöglichkeit zur 2:0-Führung der Roten: Wieder war es Abel, der sich mit seinem Mitspieler bei der Ballverteidigung nicht einig war, wieder war es Abdellaoue, der sich die Kugel schnappte, die sich jedoch zum Leidwesen Schlaudraffs, der einschussbereit am Sechzehner wartete, zwischen den Beinen seinen Stürmerkollegen verfing (30.).

FCK-Chancen ohne zählbaren Erfolg

96-Keeper Zieler durfte sein Können erstmals unter Beweis stellen, als Bugera über links an den kurzen Pfosten flankte, an dem Kouemaha wartete, die Kugel jedoch nicht gefährlich aufs Tor bringen konnte - Zieler fischte den Ball problemlos aus dem Strafraum (35.). Die Lauteter gaben nicht nach und fanden den Weg ins Spiel wieder. Und plötzlich brannte es lichterloh in der 96-Defensive, als Kouemaha nach einer passgenauen Flanke Fortounis frei von der Sechzehnerkante zum Schuß kam, den Ball aber links an Zielers Kasten vorbeidrosch (40.). Mit der Führung im Rücken verließen die 96er das Feld in Richtung Kabine. Fazit der ersten Hälfte: Die Lauterer alles andere als sicher in der Verteidigung und mit gelegentlichen Vorstößen in den 96-Strafraum, die Roten abwartend und effektiv im Abschluss: Zwei Großchancen- ein Treffer. Sollten die Gäste die Führung auch in den zweiten 45 Minuten über die Zeit bringen oder sogar noch ausbauen? Die Statistik spricht jedenfallscdafür: Die Roten verloren die letzten zwei Jahre keine Begegnung nach einer 1:0-Führung

Der zweite Durchgang war ein Abbild des ersten - jedoch ohne glückliche Fügung für die Roten. Das Team von Trainer Marco Kurz nahm von Beginn an das Heft in die Hand und drängte ab Anpfiff unermüdlich auf den Kasten des hannoverschen Torwarts. Die Mühen sollten später noch belohnt werden. Doch der Reihe nach. Zunächst brachte Tiffert die Kugel nach einem Pass Nemecs in den 96-Strafraum, der österreichische "Turm" Pogatetz ließ aber nichts Anbrennen und klärte sicher (55.). Auf der Gegenseite ließ die Slomka-Elf den Vorwärtsdrang in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff vermissen, verwaltete bis dahin die knappe Führung. Die Begegnung verflachte dann bis zur 65. Minute. Bugera weckte die Roten aus dem Dornröschenschlaf, als er über links in den 96-Strafraum eindrang und völlig unbedrängt zum Schuss kam. Zieler war jedoch zur Stelle und parierte die FCK-Möglichkeit glänzend. Doch die Gäste setzten noch einen drauf. Nach Fehlpass Pintos hatte Sahan auf links freie Bahn und setzte seinen Kollegen Nemec bestens in Szene. Der fasste sich ein Herz und versenkte den Ball durch die 96-Abwehr im Tor – 1:1-Ausgleich (68.).

Zieler hat alle Hände voll zu tun

Dass die Roten nicht innerhalb kurzer Zeit in Rückstand gerieten, verdankten sie allein ihrem Torwart, der nur drei Minuten später mit einer Glanzparade einen weiteren Treffer des Gastgebers verhinderte. Fortounis hatte freie Schussbahn, Zieler rettete per Fußabwehr (71.). Der Nationalkeeper hielt auch in der folgenden Sturm- und Drangphase der Teufel seine Mannschaft im Spiel. Es ergab sich für den Tabellenachten nur eine Minimalchance nach einem Schmiedebach-Zuspiel auf Sobiech (74.), der kurz darauf auch nach einer Stoppelkamp-Flanke den Ball nicht mit dem richtigen Druck auf Trapps Gehäuse bringen konnte (80.). Es waren in Halbzeit zwei eindeutig die Lauterer am Drücker, die in der 83. Minute gleich zu einer doppelten Möglichkeit kamen. Erst Sahan aus spitzem Winkel, dann Shechter – doch Zieler war an diesem Nachmittag der Fels in der Brandung und hielt das Unentschieden ein ums andere Mal fest. Offenbar gefrustet von den vergebenen Chancen ließ sich Shechter dann zu einer Tätlichkeit an Schmiedebach hinreißen, für die ihm Referee Brych des Feldes verwies (87.). In der Nachspielzeit kamen die Lauterer noch einmal zu einer dicke Chance, doch auch den abschließenden Freistoß Tifferts vereitelte der hannoversche Schlussmann (92.). Mit einem gerechten und durchaus glücklichen Remis für Hannover 96 verabschiedeten sich beide Teams in die verdiente Winterpause.

STATISTIK

1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Abel, Rodnei, Bugera - Kirch, de Wit (46. Nemec), Fortounis, Tiffert, Sahan (85. Sukuta-Pasu) - Kouemaha (46. Shechter)

Hannover 96: Zieler – Chahed, Haggui, Pogatetz, Schulz – Stindl, Schmiedebach, Pinto, Rausch (78. Stoppelkamp) – Schlaudraff (63. Ya Konan), Abdellaoue (72. Sobiech)

Tore: 0:1 Abdellaoue (13.), 1:1 Nemec (68.)

Gelbe Karten: Tiffert / Rausch, Abdellaoue

Rote Karte: Shechter (Tätlichkeit, 87.)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 36019